Kolping-Vorstand findet Unterstützung

Förderung sozialer Projekte im Vordergrund – Kolpingsfamilie als Sozialverband


Denzlingen (hg). Die Mitglieder der Kolpingsfamilie Denzlingen trafen sich am Freitag, 14. März 2014,  zur Generalversammlung. Ein ausführlicher Rechenschaftsbericht und Vorstandswahlen standen im Mittelpunkt. Auch in Zukunft, so die klare Meinung der anwesenden Mitglieder, soll die Kolpingsfamilie in der Gemeinde wirken.

Der Sprecher des Vorstandsteams, Wolfgang Humpfer, ließ die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres Revue passieren, darunter ein Besuch der Windenergieanlagen in Freiamt, die Gestaltung des Altars für die Fronleichnamprozession, die Teilnahme an der Sternwallfahrt der Region nach Gündlingen und die Frühjahrswanderung auf den Schönberg. Dazu gehörte ferner die Mitarbeit bei der Bewirtung beim Pfarrfest, aber auch ein Sommerausflug zur Freilichtbühne Hornberg, ferner der Jahresausflug zur Landesgartenschau nach Sigmaringen und die aktive Mitarbeit am Festwochenende 100 Jahre Pfarrkirche St. Josef. Gut besucht war – neben etlichen weiteren Treffen - auch der Vortragsabend mit Dieter Ohmberger über „Geschichten aus der Geschichte Denzlingens“.

Am Kolpinggedenktag 2013 berichtete Diakon Harald Stefanovici von der evangelischen Gemeinde über seine Erfahrungen mit dem Projekt „Mittagstisch für bedürftige und wohnungslose Menschen“, wofür die Kolpingsfamilie eine Spende in Höhe von 1.500 Euro leistete. Besondere Erwähnung fand die Mitarbeit im Arbeitskreis „Caritas und Soziales“ der Seelsorgeeinheit und nicht zuletzt der Arbeitsschwerpunkt „Engagement für Alleinerziehende“ mit mehreren konkreten Aktionen. Seit Jahren engagieren sich jüngere Mitglieder der Kolpingsfamilie gemeinsam mit Jugendlichen der katholischen Jugendverbände der Pfarrgemeinde St. Jakobus bei den Altpapiersammlungen, wofür der Kolpingvorstand ausdrücklich dankte.

Weiterhin als Sozialverband aktiv

Schatzmeister Franz Mayer legte einen soliden Kassenbericht vor, so dass Peter Birkle und Heinz Staiger als Kassenprüfer ebenfalls Positives zu berichten hatten und der Versammlung die Entlastung des Schatzmeisters empfahlen. Auf Antrag von Alfred Stech wurde der Vorstand schließlich insgesamt entlastet. Unter der Wahlleitung von Lothar Panterodt wurden Präses Hermann Vogt (in Abwesenheit),  Wolfgang Humpfer,  Schatzmeister Franz Mayer, Gabi Panterodt und Dietmar Welte mit hoher Stimmenzahl wiedergewählt, während Patricia Fuchs und Helmut Gall nach langjähriger Mitarbeit im Vorstand nicht mehr kandidierten. Nach der Vorstellung des geplanten Programms für das zweite Halbjahr 2014 dankte Norbert Gross als neuer Vorsitzender der Stiftung St. Josef der Kolpingsfamilie für eine Spende von 400 Euro für die Festschrift und die Unterstützung bei der 100 Jahr-Feier der Kirche St. Josef im September 2013.

Aus den Reihen aller Kolping-Mitglieder war der Wunsch zu spüren, dass man auch weiterhin das gemeinschaftliche Miteinander in der Kolpingsfamilie pflegen solle. Eine aktive Mitarbeit der Kolpingsfamilie als Sozialverband in der Pfarrgemeinde wie in der politischen Gemeinde nach dem gewählten Motto „Kolping strahlt aus“, zum Beispiel durch die Mitarbeit im AK Caritas und Soziales, Engagement für Alleinerziehende und durch die Unterstützung des Projektes „Mittagstisch für Bedürftige“ bleibe weiterhin auf der Agenda der Kolpingsfamilie Denzlingen.

Weihnachtsbäume für Familien

Denzlingen (hg). Frohe Gesichter gab es am Samstag, 14. Dezember 2013, in der Bahnhofstraße, wo sich bei Wolfgang Humpfer, dem Sprecher der Denzlinger Kolpingsfamilie, zahlreiche Familien, darunter nicht wenige Alleinerziehende, trafen, um einen wenige Tage zuvor geschlagenen Christbaum abzuholen.

Im Rahmen der Arbeit mit Alleinerziehenden Familien wurde in einer Sitzung des Arbeitskreises „Caritas und Soziales“ der Seelsorgeeinheit an der Glotter offenbar, dass es nicht wenige Familien gibt, die sich seit Jahren keinen Christbaum leisten können. Diese Tatsache nahm der Vertreter der Kolpingsfamilie zum Anlass, im Arbeitskreis wie bei der Kolpingsfamilie selbst einen Spendenaufruf zu starten, damit diese Familien das Weihnachtsfest mit einem Christbaum feiern können. Letztlich wurden die in Aussicht gestellten Zusagen mehrerer Mitglieder von einer großen Spende eines Kolpingfreundes überholt, mit der man sogar die ganze Aktion finanzieren konnte.

Die Zusammenarbeit im Arbeitskreis „Caritas und Soziales“ und die Kontakte der Mitglieder des AK zu allein erziehenden Familien und darüber hinaus auch zu einigen bedürftigen Familien in Denzlingen, für die der Kauf eines Christbaumes auch nicht möglich ist, hat dazu geführt, dass für 13 Familien ein Christbaum gekauft werden konnte. Darüber hinaus wurde für 10 Familien auch der notwendige Christbaumständer angeschafft. Erfreulich war auch, dass man die Bäume mit einem beachtlichen Sonderrabat bei der Buchholzer Christbaumzucht Raith/Schmidt erwerben konnte. Die Christbäume und Christbaumständer wurden den Familien am Samstag vor dem 3. Advent bei einer Tasse Tee bzw. Kinderpunsch und Hefezopf von Frauen und Männern des Arbeitskreises „Caritas und Soziales“ übergeben.

1500 Euro für Mittagstisch

Kolpingsfamilie feierte 200. Geburtstag des Gründers

Vier Mitglieder wurden für langjährige Treue geehrt; von links: Wolfgang Humpfer, Norbert Mühlan, Wolfgang Scherer, Thomas Hoch, Kassierer Franz Mayer, Präses Hermann Vogt. Nicht auf dem Foto: Fritz Baumgärtner.


Denzlingen (hg). Die Denzlinger Kolpingsfamilie lud am Samstag, 7. Dezember 2013, ein zum traditionellen „Kolping-Gedenktag“, der alljährlich am Vorabend des 2. Adventssonntages begangen wird. Nach einem Gottesdienst in der Kirche St. Jakobus traf man sich im Gemeindesaal zu einer Feierstunde in Verbindung mit einem Abendessen.

Kolping-Sprecher Wolfgang Humpfer hatte aus diesem Anlass wieder eine passende Meditation vorbereitet. Sein Dank galt einem Team von Helfern, die den Abend sorgfältig vorbereitet hatten, an der Spitze Paul Herrmann mit seiner Frau Heidi in der Küche. Vier Mitglieder wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt, nämlich Fritz Baumgärtner, Wolfgang Scherer und Thomas Hoch für jeweils 40 Jahre und Norbert Mühlan sogar für 50 Jahre.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war eine Spendenübergabe in Höhe von 1500 Euro an Diakon Harald Stefanovici von der evangelischen Gemeinde, der seit 20 Jahren dreimal jede Woche ein warmes Essen für Obdachlose und Bedürftige zubereitet und austeilt und dazu ins evangelische Gemeindehaus einlädt. Als bewusstes Zeichen der Ökumene und der Solidarität wollte man seitens der Kolpingsfamilie diese Spende verstanden wissen. Den Spendenbetrag hatte man im Laufe des Jahres bei verschiedenen Veranstaltungen angespart, um damit die Arbeit von Diakon Stefanovici zu würdigen.

Dass dies auch im Zeichen des 200. Geburtstages des Gründervaters der Kolpingsfamilien, Adolph Kolping, geschah, war ein zusätzliches Symbol, zumal man dessen soziales Engagement bewusst in die heutige Zeit zu übertragen bemüht ist. Mit großem Beifall nahmen die Mitfeiernden die erläuternden Dankesworte von Diakon Harald Stefanovici auf, der sich sehr über den großen Rückhalt freut, die sein soziales Engagement in der Denzlinger Bevölkerung findet. Nicht nur seine Frau Ursula, die sich mit unter den Gästen des Abends befand, sondern auch einige Personen der Gemeinde unterstützen ihn bei der Arbeit in den kalten Wintermonates zum Wohl von Obdachlosen. „Die Bedürftigkeit hat viele Gesichter“, betonte Diakon Stefanovici am Ende seiner mit großer Anteilnahme aufgenommene Rede. Danach folgte nur noch ein Dankeswort von Pfarrer Hermann Vogt, der sich als Präses der Kolpingsfamilie ebenfalls über deren erneut gezeigtes Engagement freute.

 

Wolfgang Humpfer, Harald Stefanovici und Franz Mayer bei der Spendenübergabe.

 

Heidi und Paul Herrmann, die „guten Seelen“ in der Küche.

 

Diakon Harald Stefanovici bei seiner Dankesrede.

Leben in „guter Zeit an schönem Ort“

Dieter Ohmberger sprach vor 80 Zuhörern bei der Denzlinger Kolpingsfamilie

Denzlingen (hg). Über das Thema „Geschichten aus der Geschichte von Denzlingen“ sprach der Denzlinger Ortshistoriker Dieter Ohmberger am 8. November 2013 auf Einladung der Kolpingsfamilie. Als Fallbeispiele wählte der Referent die Bereiche „Auswanderungen im 19. Jahrhundert nach Amerika“, „Denzlingen in der schwierigen Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit“ und die „Veränderungen in Denzlingen in den letzten 60 Jahren“, die Dieter Ohmberger anhand von willkürlich ausgewählten Orts-, Straßen- und Häuseransichten verdeutlichte.    

Größte Aufmerksamkeit und Konzentration erfuhr Dieter Ohmberger seitens des sehr interessierten Publikums bei seinen ausgewählten Darstellungen in Wort und Bild. Darunter befanden sich nämlich zahlreiche Darstellungen, die man bisher nirgendwo zu Gesicht bekam, so zum Beispiel auch über die Zeit des „Dritten Reiches“, da man sich früher weithin scheute, Bilder von großen Aufmärschen am Ort zu zeigen. Vor allem wollte man nicht das verpönte Symbol des Nazi-Hakenkreuzes öffentlich zeigen. Inzwischen ist der Abstand zu dem Geschehen von damals so groß und die inzwischen herangewachsene Generation so sehr von diesem Geschehen distanziert, dass man offenbar etwas unbefangener darüber reden kann. Dieter Ohmberger tut dies jedenfalls mit der nötigen Sorgfalt und dem gebührenden Respekt, vor allem mit Blick auf die Opfer.

Der erste historische Blickpunkt seiner interessanten „Geschichten“ konzentrierte sich auf das Elend vieler Denzlinger Bürger, die im 19. Jahrhundert aus purer Not nach Amerika auswanderten. So kam es zum Beispiel für 72 Denzlinger ganz anders als geplant. Sie blieben nämlich in Amsterdam sitzen und fanden, weil sie Betrügern aufgesessen waren, keinen Agenten und auch kein Schiff. Die Agenten hatten ihnen in Denzlingen Passagen auf einem Schiff verkauft, das es, wie sich herausstellte, gar nicht gab. Sie gehörten zu den zahlreichen in und um Amsterdam im Elend festsitzenden Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit der Zeit erbetteln mussten. Die meisten Denzlinger hatten Glück und kamen ein Jahr später, im Jahr  1818, allerdings völlig verarmt und mittellos, nach Denzlingen zurück.

30 Prozent „notorisch Arme“

Um das Jahr 1846 unterhielt die Gemeinde über viele Monate eine „Suppenküche“, aus der etwa 300 Personen täglich ein Essen erhielten, was einen Anteil von rund etwa 30 Prozent der damaligen Einwohnerschaft ausmachte, wie Ohmberger vorrechnete, der nicht mehr in der Lage war, sich selbstständig zu ernähren. Nach heutigen Gegebenheiten wären das täglich rund 4.100 Menschen, die man so ernähren müsste! Damals schlug die Herrschaft der Gemeinde vor, „die Gemeindekasse mit der Verschickung dieser notorisch Armen nach Amerika zu entlasten“. So stellten der damalige Pfarrer und der Bürgermeister eine Liste mit 276 Personen zusammen, „die für eine Verschickung geeignet wären“. Die Reisekosten übernahmen die Gemeinde und der Staat.

Ohmberger zeigte sodann eine Reihe aufschlussreicher Bilder und Zahlen über die Zeit des Nationalsozialismus in Denzlingen, so zum Beispiel eine Folie, die eine Gedenkfeier am damaligen Kriegerdenkmal in Nähe der Georgskirche zeigt. So habe die NSDAP jede Gelegenheit benutzt, Gedenkfeiern, Fackelzüge und Kundgebungen abzuhalten. Besonders aufschlussreich ist auch das Denzlinger Wahlergebnis bei der  Reichstagswahl vom 5. März 1933, wo die NSDAP 743 Stimmen erzielte, somit 59,7 Prozent!

NSDAP-Aufmarsch am Denzlinger Steinbruch. Archiv-Fotos: Dieter Ohmberger

Untergewichtig und krank

Nach dem Krieg gab es auch in Denzlingen „Schülerspeisungen“. Dabei wurden 380 Denzlinger Schüler untersucht, und zwar mit folgendem Ergebnis: 10 Prozent lagen gewichtsmäßig im Durchschnittsbereich; 65 Prozent um zwei Kilo unter dem Durchschnittswert; 25 Prozent lagen fünf Kilo und mehr unter dem Durchschnittswert; 35 Prozent der Kinder hatten einen Kropf und bei 10 Prozent der Kinder wurde Krätze und Hautausschlag festgestellt.

Spende für Obdachlose

Nach einer weiteren interessanten Gegenüberstellung von Bildern mit Häuseransichten von einst und heute kam Dieter Ohmberger unter großem Beifall der Besucher zu folgendem Schluss: „Ich denke, nach dem, was sie gesehen haben, die Zeit der Auswanderungen, der NS- und Nachkriegszeit und die alten Häuser, dürfte eigentlich in jedem das Gefühl aufkommen, dass wir heute,  trotz aller Probleme, in einer guten Zeit und in einer schönen Gemeinde leben. Daran sollten wir immer wieder einmal denken und zufrieden und dankbar sein.“ Bei freiem Eintritt - Dieter Ohmberger verzichtete auf eine Referentenhonorar - wurde abschließend um eine freiwillige Spende zugunsten des Denzlinger Mittagstischs von Diakon Harald Stefanovici für Obdachlose gebeten. Die Kolpingsfamilie wird anlässlich des diesjährigen Kolping-Gedenktages am 7. Dezember einen größeren Spendenbetrag übergeben.

Dieter Ohmberger bei der Kolpingsfamilie. Foto: Helmut Gall

Kasperle erfreute die Kinder

Denzlingen (hg). Viele kleine, aber auch zahlreiche große Freunde des Puppentheaters fanden am Sonntag, 27. Oktober 2013, ihren Spaß beim Stück „Kasper und der Drachenprinz“, das von der Freiburger Puppenbühne auf Einladung der Kolpingsfamilie Denzlingen im Gemeindesaal des katholischen Pfarrzentrums aufgeführt wurde. Da man seitens der Kolpingsfamilie als Veranstalter keinen Eintritt erhob,  fand man bei nicht wenigen Besuchern großes Entgegenkommen durch freiwillige Spenden, die dem Mittagstisch für Obdachlose von Diakon Harald Stefanovici zufließen. 

Mit Spannung verfolgten die Kinder die Abenteuer von Kasper und seinem treuen Bello, die natürlich wieder ein erfolgreiches Team bildeten, wobei die Kinder wie zu erwarten kräftig mithalfen, um das begehrte „Wasser des Lebens“ zu finden, das man als Gegenmittel  gegen einen hundertjährigen Zauberschlaf dringend benötigte.

Das klassische Kaspertheater bekommt bei der Freiburger Puppenbühne ein neues Gesicht. Trotz märchenhafter Zauberwelt sind die Themen des „Drachenprinzen“ brandaktuell: Es geht um Liebe und Mitgefühl, Gier und Hinterlist, um das Überwinden von Angst und um Wagemut. Was ist für den Prinzen wichtiger: den Verlockungen der Fürstin der Nacht nachzugeben, die ihm große Macht verspricht, oder seinem Herzen zu folgen und für den Frieden und für seine Liebe einzustehen. Das Bild zeigt die selbst kreierte Kasperlefigur von Dr. Johannes Minuth mit dem bei Kindern besonders beliebten Bello.