Führung in der Münsterbauhütte

Kolpingsfamilie voller Bewunderung vor Kunsthandwerk

Die Denzlinger Besuchergruppe vor der Münsterbauhütte.

 

Denzlingen (hg). Eine nicht alltägliche Führung durch die Freiburger Münsterbauhütte erlebte eine 23-köpfige Besuchergruppe der Denzlinger Kolpingsfamilie  am Donnerstag, 9. Oktober 2014. Kompetenter Informant war der Leiter des Freiburger Augustinermuseums und des Museums für Stadtgeschichte, Peter Kalchthaler.

Er würzte seine ebenso spannende wie aufschlussreiche Führung mit zahlreichen Hintergrundinformationen zur Baugeschichte des Freiburger Münsters. Die relativ lange Bauzeit von über 300 Jahren, wobei freilich dazwischen 100 Jahre nicht gebaut wurde, stand im besonderen Blickfeld. So hätten die Handwerker, die das Münster bauten, ein besonders hohes Ansehen genossen, was sich nicht zuletzt auch in einer ungewöhnlich hohen Entlohnung ausgewirkt habe. Sage und schreibe das Siebenfache dessen, was gewöhnliche Handwerker für ein Tagwerk bekamen, sei ihnen damals zugeflossen. Dies gelte leider nicht für die heute in der Münsterbauhütte Beschäftigten, nämlich elf Steinmetze, zwei Bildhauer, drei Lehrlinge und die Münsterbaumeisterin, die allesamt eine hoch qualifizierte Arbeit leisteten, wovon sich die Besucher der Kolpingsfamilie in der Werkstatt überzeugen konnten.

Bewunderung riefen auch die Erläuterungen von Peter Kalchthaler hervor, mit welcher technischen Akribie vor hunderten von Jahren die hochqualifizierten Münsterbauer mit Hilfe von Treträdern, von denen es heute noch drei im Münster gibt, und Flaschenzügen das schwere Gestein in schwindelnde Höhe transportierten.

Zum Abschluss konnten die Besucher in mehreren Ausstellungsräumen zahlreiche Ausstellungsstücke des Freiburger Münsters besichtigen, zum Beispiel Figuren und Steinornamente, und erfuhren auch, dass noch ein sehr großer Teil vom ursprünglichen Gesteinskörper des Münsters im Original vorhanden sei, was darauf zurück zu führen sei, dass der Sandstein – zumindest sehr viele Teile davon - sehr verwitterungsbeständig sei.

Sehr interessierte Beobachter mit  Peter Kalchthaler. Fotos: Lothar Panterodt