Aussprache über „Laudato si“

Pfarrer Hermann Vogt sprach über Papst-Rundschreiben

Denzlingen (hg). Vor rund 30 Besuchern sprach Pfarrer Hermann Vogt am Freitag, 22. April 2016, auf Einladung der  Kolpingsfamilie und der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Denzlingen über das neueste Rundschreiben (Enzyklika) von  Papst Franziskus mit dem Titel „Laudato si – über die Sorge für das gemeinsame Haus“.

Nach der Aussprache über die Papstenzyklika (von links): Wolfgang Humpfer,  Pfarrer Hermann Vogt und Andrea Neß.
Nach der Aussprache über die Papstenzyklika (von links): Wolfgang Humpfer, Pfarrer Hermann Vogt und Andrea Neß.

Namens der Kolpingsfamilie hieß Sprecher Wolfgang Humpfer die Besucher willkommen, während Andrea Neß als kfd-Vorsitzende in ihrem Schlusswort für die rege Teilnahme dankte und die Frage aufwarf, wie man die sehr beachtenswerten Gedanken von Papst Franziskus einer breiteren Öffentlichkeit eröffnen könne. Pfarrer Vogt beschränkte sich in der Darstellung einiger wesentlicher Inhalte des viel beachteten Papstrundschreibens nicht auf einen Vortrag, sondern ließ die Teilnehmer selbst „Hand anlegen“, indem er die Besucher zur Lektüre exemplarischer Kapitel  einlud, deren Inhalte man im Rundgespräch vertiefte.

Auffallend  am Erscheinungsbild von Papst Franziskus seien nicht primär seine Worte, sondern sein vorbildliches Handeln. Die persönliche Lebensweise des Papstes unterstreiche sein verkündetes Wort in beeindruckender Weise. Franziskus lebt zum Beispiel nicht wie seine Vorgänger in einem repräsentativen Gebäude des Vatikans, sondern in einem von Schwestern geführten Gästehaus für Pilger. Sofern er mit einem Auto unterwegs sein müsse, benutze er ein bescheiden kleines  Fahrzeug.

Zur Abendmahlfeier am Gründonnerstag wasche er in einer Symbolhandlung Frauen und Männern die Füße. Und in Solidarität mit den Flüchtlingen aus Kriegsgebieten des nahen Ostens und aus schlimmen Armutszonen Afrikas besuchte er Lampedusa und zuletzt Lesbos.

Kenner  beobachten den Papst auch, wenn er sein Mittagessen mit Angestellten im Vatikan persönlich in einer Kantine auf dem Tablett abholt und sich zu ihnen an der Tisch setzt. Berichtet wird auch, dass er das Bett seines Schlafzimmers täglich selbst mache, mit der Begründung, dass eine Ordensschwester zu wichtigeren Dingen berufen sei als zu derartigen Alltagsabeiten, die er auch als Papst selbst verrichten könne.

Wirtschaftssystem, Konsumverhalten, Klima, Krieg...

Wesentlich in den von Pfarrer Vogt ausgewählten Kapiteln waren allerdings die von Papst Franziskus dargestellten Zusammenhänge von Wirtschaftssystem, Konsumverhalten, Klima, Krieg, Not in der Welt und Egoismus. Neben allen zum Teil sehr kritischen Äußerungen des Papstes in Richtung auf einen ungehemmten Kapitalismus sehe er gleichwohl immer auch die Reformfähigkeit und den Wunsch der Menschen nach Frieden und Gerechtigkeit. 

Unter demütiger Beachtung eines breiten Spektrums kritisch-wissenschaftlicher Analysen blicke der Papst in seiner Enzyklika auf die Konsequenzen unseres persönlichen Handelns für die ganze Menschheit und die Schöpfung generell, die es zu bewahren gelte.