„Ich kaufe Ihnen den Schrank!“

Fairkauf“ vermittelt praktische Arbeitserfahrungen – Kolpingsfamilien Denzlingen und Emmendingen vor Ort

Die Kolping-Besuchergruppe bei „Fairkauf“ in Emmendingen.

Denzlingen (hg). In einer gemeinsamen Vor-Ort-Veranstaltung waren Mitglieder der Denzlinger und Emmendinger Kolpingsfamilien Mitte Oktober bei „Fairkauf“ in Emmendingen, um sich mit Geschäftsführer Patrick Krezdorn über Zielsetzungen und konkrete Schritte dieser Einrichtung zu informieren.

Eine Kundin wollte gerne einen kleinen Schrank kaufen. Als sie den Preis hört, sagt sie leise: „Dann kann ich ihn mir doch nicht leisten“. Dies hört eine andere Kundin, die sich ihr zuwendet mit den Worten: „Ich kaufe Ihnen den Schrank.“ Wenn Patrick Krezdorn, Geschäftsführer von 48 Grad Süd und auch verantwortlich für den „Fairkauf“ Emmendingen, diese kleine beispielhafte Episode erzählt, spüren seine Zuhörer von den Kolpingsfamilien Denzlingen und Emmendingen, wie sehr er die Idee dieses Projektes lebt. Aus allen Schichten der Bevölkerung kaufen Menschen im „Fairkauf“ Emmendingen ein, günstige Waren, die von Haushalten im Landkreis aussortiert und - statt dem Sperrmüll zugeführt - an den „Fairkauf“ weitergegeben werden.

In dem Projekt arbeiten bei Sortierarbeiten, bei der Aufarbeitung der Ware, in der Dekoration, im Verkauf, bei der Abholung und Auslieferung von Waren regelmäßig bis zu 60 Frauen und Männer, die in der Regel schon länger erwerbslos sind. Die Tätigkeit in dem Gebrauchtwarenkaufhaus mit einer Ausstellungsfläche von über 600 Quadratmetern eröffnet ihnen neue Chancen auf Beschäftigung, Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt. Durch praktische Arbeitserfahrungen, ergänzt durch fachtheoretischen Unterricht und zusätzliche individuelle sozialpädagogische Begleitung, werden sie auf eine angestrebte Vermittlung in den Arbeitsmarkt vorbereitet.

Doch zunächst ist es wichtig, dass sie mit ihrer Tätigkeit im „Fairkauf“ eine sinnerfüllte Tagesstruktur erleben, eine Aufgabe im beruflichen Alltag in unserer Gesellschaft finden und durch den regelmäßigen Kontakt mit Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen erfahren, dass sie nicht ausgeschlossen sind. So wundert es nicht, dass Verantwortliche und Mitarbeiter im „Fairkauf“ mit einem leisen Hauch von Stolz zur Zeit einen besonderen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben leisten, in dem sie mit großem Engagement in das Herrichten und Einrichten von Wohnungen und Unterkünften für Flüchtlingsfamilien im Landkreis Emmendingen eingebunden sind.

Am Ende des Projektbesuchs meinte brachte eine der Denzlinger Besucherinnen zum Ausdruck, was auch andere so empfanden: „Ich bin schwer beeindruckt, was sich hinter dem „Fairkauf“ verbirgt; das alles wusste ich bislang nicht und ich bin froh, dass ich heute dabei war.“