Mit Rufhorn und Fanfaren begrüßt

Kolpingsfamilie besuchte eine abendliche Türmerführung zur „Kastelburg“

Denzlingen-Waldkirch (hg). 28 Mitglieder und Gäste der Denzlinger Kolpingsfamilie erlebten am Freitag, 28. Juli 2017, einen spannenden und unterhaltsamen Abend beim Besuch der Kastelburgruine unter der Führung eines leibhaftigen „Türmers“. Vereinbarter Treffpunkt in Waldkirch war der Marienbrunnen auf dem Marktplatz, wo die Besuchergruppe von Hubert Bleyer willkommen geheißen wurde.

In Begleitung  eines von der Burgherrschaft entsandten ortskundigen Hellebardenträgers  brach die insgesamt 60-köpfige Besuchergruppe auf, um den relativ steilen Weg zur 368 Meter hoch gelegene Kastelburg zu erklimmen. Nach zwei kurzen Verschnaufpausen trafen die „Knappen und Mägdelein“ schließlich am Graben vor der einstigen Zugbrücke ein. Dort hieß sie der „Türmer“ (Thomas Kern)  jedoch nicht sogleich herzlich willkommen, sondern fragte vielmehr zunächst misstrauisch nach des „Gesindels Begehr“, zumal ihm deren Gewandung höchst suspekt erschien. Auch die patrouillierende Burgwache zeigte sich nicht gerade in Freudenstimmung über das Erscheinen der fremden Eindringlinge aus „Denzilinga“ und anderen „Gauen Germaniens“. Ja sogar aus dem fernen Kanada waren einige „Kastelburg-Eroberer“ angereist.

Doch nachdem das Rufhorn des Türmers verklungen war, wurde das historisch gut nachempfundene mittelalterliche Schauspiel um die 1250 bis 1260 erbaute Kastelburg fortgesetzt. Auf dem Gang zum Haupttor der Burg genossen die Besucher einen malerischen Blick über die „Neustadt“ von Waldkirch und die Altstadt um das einstige Kloster Sankt Margarethen bis hinüber zum Kandel, dem „Hausberg“ von Waldkirch. Danach wurde die Geschichte der Burg und der Stadt in einem rund vierstündigen nächtlichen Schauspiel lebendig.

Kleine mittelalterliche Modenschau

Aus der Ferne waren Spielleute zu hören, Fanfarenbläser spielten, die Burgwache in Ritterrüstung gab eine Kostprobe ihrer Kampfkunst mit dem Schwert. Besonders beeindruckend für kleine und auch große Besucher erschien des Türmers Fertigkeit, das Lagerfeuer in einem Rundzelt mit Feuerstein und Zunder zu entfachen. Zuvor gerieten alle Gäste bereits in Staunen und Schrecken, als der Türmer eine Ladung Schwarzpulver in einem uralten Vorderlader zur Detonation brachte und dabei viele Zuschauer trotz Vorwarnung sehr erschreckte.

Charmant und besonders einladend empfanden die Burgbesteiger die musikalische Begrüßung durch zwei Spielleute, die sowohl mit alten Instrumenten (Laute, Flöte, Tamburin) wie durch ihren anmutigen Gesang im Laufe des Abends bis zum Abschied gegen Mitternacht für beste Stimmung sorgten. Burgköchin Barbara Kern näht übrigens die vielen historischen Kleider. Und anhand einer kleinen mittelalterlichen Modenschau erfährt man, was die Frau oder der Mann in jener Zeit am Leibe trug. Aus einem gut sortierten Fundus bekommt der Besucher neben historischen Kleidern und Schuhen auch Helme, Waffen und Gebrauchsgegenstände wie Laternen, Kerzen, Fackeln, Becher und Krüge zu sehen. Bei einem mittelalterlichen Gericht mit Brot und Most werden Hunger und Durst gestellt. Des Türmers Weib vermittelt Grundkenntnisse über die Verwendung von Edelkräutern und Gewürzen und schließlich treten die Besucher gegen Mitternacht bei Laternenlicht den Heimweg durch den dunklen Wald an. Am Marktplatz beim Marienbrunnen endet schließlich die sehr unterhaltsame und informative nächtliche Exkursion, wo auch wieder die eingangs  ausgeteilten Laternen („des Herrn von Ikea“) eingesammelt werden. Mitglieder des Fanfarenzugs „Schwarzenberger Herolde“ und weitere Personen engagieren sich übrigens ehrenamtlich für die Durchführung der Türmerführungen.

 

Hubert Bleyer begrüßte die Gäste mit einem Helebardenträger.
Der „Türmer“, alias Thomas Kern, zeigte sich voll im mittelalterlichen Element.

 

Einen malerischen Blick genoss man über Waldkirch bis Kandel.

 

Ein „Missetäter“ wurde mit „Halzgeige“ abgeführt. Fotos: Helmut Gall

 

Seelenamt / Beerdigung von Herbert Schreck, 21.03.2017

 

Nachruf der Kolpingsfamilie

 

Liebe Hilde, liebe Gabi, Ulrich, Lothar, Lilo,

liebe Trauergemeinde,

 

die Kolpingsfamilie Denzlingen trauert um ihren Kolpingfreund Herbert Schreck. Wir wussten um die in den letzten Wochen ernster werdende gesundheitliche Situation von Herbert, von einem Auf und Ab seiner Gesundheit, auch verbunden mit kurzzeitigen Aufenthalten im Krankenhaus. Es war dann, wie ihr berichtet habt, immer sein Wunsch, möglichst  bald wieder das Krankenhaus zu verlassen und zurück nach Hause zu kommen. Ihm diesen Wunsch zu erfüllen wurde möglich durch die liebevolle Begleitung und  Unterstützung, die Du, liebe Hilde für Deinen Mann und die ihr für Euren Vater und Schwiegervater in den letzten Monaten  eingebracht habt. So hat Herbert vor allem in den letzten Monaten seines Lebens noch einmal neu erleben und erfahren dürfen, was es heißt in seiner Familie getragen zu sein. 

In den letzten kurzen Begegnungen mit ihm habe ich gespürt, dass seine Zuversicht für eine stabilere Gesundheit leise geschwunden ist. 

Dennoch waren die kurzen Gespräche mit Herbert immer herzlich und  lebendig, so wie er selbst war: herzlich und zugewandt, reich an Ideen, engagiert für Überzeugungen, mit Leib und Seele bei den Zielen, an die er glaubte und mit großem Einsatz dabei, wenn es darum ging anzupacken um  diese Ziele zu erreichen. Für mich war Herbert Schreck in unserer Kolpingsfamilie ein unermüdlicher Akteur, der es immer wieder schaffte, andere für neue Ideen zu begeistern und zu gewinnen. Für ihn war es  auch selbstverständlich, sich wann immer möglich mit großem Engagement einzubringen. So war es folgerichtig, dass Herbert im Kolping viele Jahre Verantwortung übernommen hat, als Altsenior und Mitglied des Vorstandes, aber auch überörtlich als Vorsitzender des Kolping Bezirksverbandes Unterer Breisgau. 

Mit Herbert Schreck hat die Kolpingsfamilie Denzlingen ein Urgestein verloren. Wir sind dankbar, dass er 45Jahre Mitglied unserer Gemeinschaft war.

Er wird uns fehlen, mit seiner sprühenden Vitalität, seinem herzlichen und offenen Wesen und nicht zuletzt wird uns auch sein kluger und weiser Rat fehlen, mit dem er so manchen Entwicklungsprozess in unserer Gemeinschaft  mitgestaltet und begleitet hat.   

Dass er sich in seinem Leben auch getragen wusste von einer geistlichen Tiefe, war vielleicht auch begründet in einer inneren Nähe zu Adolph Kolping und dessen Vermächtnis. Diese innere Nähe kommt für mich auch darin zum Ausdruck, dass er im Oktober 1991 mit seiner Familie zur Seligsprechung von Adolph Kolping durch Papst Johannes Paul II nach Rom gepilgert ist. 

Herbert Schreck ist nicht mehr unter uns. In vielen Gesprächen mit Hilde und den Kindern konnten wir erfahren, wie sehr seine Familie für ihn da war und wie lebendig und tief die Nähe seiner Familie zu ihm war. Dies war wohl auch ein Grund, dass er aus diesem Leben scheiden konnte mit einem, so wurde mir berichtet, entspannten Ausdruck in seinem Gesicht. 

Gerne greife ich dieses Bild auf und möchte Euch und Ihnen als letzten Gruß an unseren Herbert Schreck und uns allen zum Trost noch einen Text von Marie Luise Kaschnitz vortragen:  

Wolfgang Humpfer

 

Requiem

 

Fährfrau mit dem runden Hut

Hast du ihn gesehen?

Ja, sagt die Fährfrau.

 

Hirte mit dem toten Lamm

Hast du ihn gesehen?

Ja, sagt der Hirte.

 

Bergmann mit dem weißen Licht

Hast du ihn gesehen?

Ja, sagt der Bergmann.

 

Welchen Weges ging er, Fährfrau?

Über Wasser trocknen Fußes.

 

Welchen Weges ging er Hirte?

Berghinüber leichten Atems.

 

Welchen Weges ging er, Bergmann?

In der Erde lag er still.

 

Was stand auf seinem Gesicht geschrieben?

Frieden, sagten alle, Frieden.

  

 

 

                                                                                (Marie Luise Kaschnitz)

Klares Votum für Veronika Scherzinger

Denzlinger Kolpingsfamilie erstmals mit einer „Geistlichen Leiterin“ - Soziales Engagement weiterhin als Programmschwerpunkt – Vorstandsteam bleibt im Amt

Veronika Scherzinger ist die Geistliche Leiterin der Denzlinger Kolpingsfamilie; mit im Bild (von links): Franz Mayer, Wolfgang Humpfer und Dietmar Welte. Nicht im Bild: Gabi Panterodt. Foto: Helmut Gall

 

Denzlingen. Gut besucht war die Mitgliederversammlung der Denzlinger Kolpingsfamilie am Freitag, 10. März 2017, im kleinen Gemeindesaal von St. Jakobus. Mit einem einstimmigen Vertrauensvotum wurde Gemeindereferentin Veronika Scherzinger als „Geistliche Leiterin“ gewählt, ein Novum in der bald 60-jährigen Geschichte der Denzlinger Kolpingsfamilie. Der Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderates, Thomas Pantel, überbrachte Grüße der evangelischen Schwestergemeinde und leitete die anstehenden Vorstandswahlen.

Eingangs galt einem besonders verdienten Mitglied ein ehrendes Gedenken: Herbert Schreck war Anfang der Woche im Alter von 85 Jahren verstorben; er hat sich in der Kolpingsfamilie vorbildlich engagiert. Aus diesem Grund war seine Tochter, Gabi Panterodt, als Mitglied des Vorstandes nicht anwesend. Als erster großer Punkt der Tagesordnungspunkt stand die Vorstellung und schriftliche Wahl der Geistlichen Leiterin, Veronika Scherzinger, an, die mit der Kolpingsfamilie bereits seit Jahren auf sozialem Sektor vielfältig zusammenarbeitet. In kurzen Ausführungen machte sie ihre Bereitschaft zur Übernahme dieser bedeutenden Aufgabe deutlich und betonte, dass sie sich sehr darauf freue, zumal ihr „Herz für die Caritas schlage“. Das soziale Engagement der Kolpingsfamilie spreche sie sehr an. Und wenn sie etwas anpacke, wolle sie es auch „richtig machen“.

Als Sprecher des Vorstandsteams berichtete Wolfgang Humpfer über zahlreiche Aktivitäten der Kolpingsfamilie im zurückliegenden Jahr. Ein besonderer Dank galt Elke und Rolf Fehrenbach, die sich zur Herstellung der Familiensuppe am Palmsonntag zur Verfügung stellten. Auch dieses Jahr wird die Kolpingsfamilie  wieder am Palmsonntag, 9. April, nach dem Gottesdienst im Gemeindesaal für alle Besucher eine kostengünstige Suppe anbieten, die für Kinder übrigens kostenlos gereicht wird – mit einem bunten Osterei zusätzlich!

Sehr erfolgreich sei der gemeinsame Abend mit der Frauengemeinschaft (kfd) gewesen, wo Pfarrer Hermann Vogt zur Enzyklika „Laudato Si – über die Sorge für das gemeinsame Haus“ sprach. Neben zahlreichen weiteren Aktivitäten hob Humpfer vor allem die Veranstaltungen mit sozialem Hintergrund in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis  Caritas und Soziales der Seelsorgeeinheit an der Glotter hervor. Hierbei nannte er zum Beispiel die Fahrt in den Karlsruher Zoo für Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen, ferner die Aktion Ferienfreude im „Mach Blau“, die Christbaumaktion, die Einladungen der Freiburger Puppenbühne und der Märchenfee Alex Zane und nicht zuletzt der Wintertag im Eisstadion. Dafür benötigte Finanzmittel erwirtschaftet die Kolpingsfamilie zum Teil selbst oder bekommt zweckgebundene Zuschüsse.

Familie, Beruf, Kirche, Gesellschaft

Freilich kamen auch gesellige Veranstaltungen im Jahresprogramm nicht zu kurz, wie Wolfgang Humpfer eindrucksvoll darstellte. Dank sagte er nicht nur dem Vorstandsteam, sondern auch etlichen Mitarbeitern aus den Reihen der Kolpingsfamilie, die zum Teil regelmäßige Unterstützungsarbeit leisten. Eine vorbildlich geführte Kasse konnte Franz Mayer vorweisen, was ihm von Kassenprüfer Heinz Staiger bescheinigt wurde, der mit Peter Birkle die Kasse geprüft hatte. Bei Enthaltung der Betroffenen erteilten alle Mitglieder schließlich einstimmige Entlastung, nachdem Alfred Stech die Arbeit des Vorstandes gewürdigt - und den Entlastungsantrag gestellt hatte. 

Zur anstehenden Wahl des Vorstandes wurde Thomas Pantel nominiert und einstimmig gewählt. Er übermittelte als Vorsitzender evangelischen Kirchengemeinderates und Vorstandsvorsitzender des Trägervereins der Kirchlichen Sozialstation Grüße der evangelischen Gemeinde. Er wertete diese Geste als Zeichen eines guten ökumenischen Miteinanders. Gerade unter diesem Aspekt freue er sich auf das erste gemeinsame ökumenische Kirchenfest, bei dem auch die Kolpingsfamilie aktiv beteiligt sein wird. Einstimmig bestätigte die Versammlung in einzelnen Wahlgängen das bisher sehr erfolgreich tätige Vorstandsteam mit Wolfgang Humpfer, Gabi Panterodt, Franz Mayer und Dietmar Welte. Als neue Geistliche Leiterin sprach Veronika Scherzinger das Schlusswort, wobei sie ausdrücklich auch die Verbundenheit mit Pfarrer Nelson Ribeiro und dessen Wertschätzung der Kolpingsfamilie in der Gemeinde betonte.

Trauer um Herbert Schreck

Ein engagierter Mitbürger mit 85 Jahren verstorben

Herbert Schreck verstarb im Alter von 85 Jahren. Foto: Helmut Gall
Herbert Schreck verstarb im Alter von 85 Jahren.
Foto: Helmut Gall

 

Denzlingen. Am Montagabend, 13. März 2017, verstarb Herbert Schreck im Alter von 85 Jahren in der Herzklinik von Bad Krozingen. Der Verstorbene hat sich in vorbildlicher Weise vor allem in der Denzlinger Kolpingsfamilie, aber auch in der „Dienstagsgruppe“ des Heimat- und Geschichtsvereins engagiert.

Am kommenden Dienstag, 21. März, wird um 13.30 Uhr in der Kirche St. Josef der Trauergottesdienst mit anschließender Beisetzung begangen. In den letzten Monaten seines Lebens war es um seine Gesundheit nicht zum Besten bestellt, so dass er selbst immer wieder sein bevorstehendes Lebensende andeutete, wie seine Angehörigen berichten, wenngleich er immer ein sehr lebensbejahender Mann war.

Im Oktober 1931 wurde Herbert Schreck in Gissigheim im Main-Tauber-Kreis im Norden von Baden-Württemberg geboren. Aus beruflichen Gründen war er in den fünfziger Jahren in den Süden gezogen, wo er zunächst zehn Jahre in Freiburg wohnhaft war, ehe er mit seiner Frau Hilde nach Denzlingen zog. Mit ihr hatte er 1955 die Ehe geschossen, so dass das Paar 2015 das Diamantene Ehejubiläum feiern konnte. Zwei Kinder, fünf Enkel und bereits vier Urenkel durften das besondere Fest mitfeiern. 

Als gelernter Elektriker und Montagemeister für Aufzüge war er für eine große Spezialfirma im ganzen südbadischen Raum unterwegs und für mehrere Mitarbeiter verantwortlich. Stets zeigte sich Herbert Schreck sehr hilfsbereit und vor allem auch bereit, Verantwortung in der Gemeinde und im Vorstand der Kolpingsfamilie in Denzlingen und auf überörtlicher Ebene zu übernehmen. Bei den Pfarrfesten von St. Jakobus waren seine Fachkenntnis als Elektriker über viele Jahre gefragt. Auch in der „Dienstagsgruppe“ des Heimat- und Geschichtsvereins wurde der Verstorbene geschätzt, weil man auf sein Wort und vor allem auf seine zupackende Hand bauen konnte. Ungezählt bleiben seine Stunden, die er mit seiner Familie zur Fertigung von vielerlei Verkaufsartikel verbrachte,  die beim Adventsbasar zugunsten von Hilfsprojekten verwendet wurden. Viele Menschen in Denzlingen werden Herbert Schreck ein gutes Andenken bewahren.

 

Langjährige Kolping-Mitglieder geehrt

Foto: Lothar Panterodt


Anlässlich des Kolping-Gedenktages am Samstag, 3. Dezember 2016, traf man sich nach einem sehr beeindruckenden Abendgottesdienst mit Pater Franz Hoch im Gemeindesaal St. Jakobus, wo auch eine Abordnung aus Buggingen als Gäste zugegen waren. Seitens der Denzlinger Kolpingsfamilie wurden  fünf  langjährige Mitglieder geehrt. Unser Bild zeigt die Jubilare mit Vorstandsmitglied Franz Mayer (von links): Norbert und Luitgard Groß (25 Jahre), Ulrich Hartmann (50 Jahre), Wolfgang Humpfer (25 Jahre) und Gabriele Panterodt (40 Jahre).