Leben in „guter Zeit an schönem Ort“

Dieter Ohmberger sprach vor 80 Zuhörern bei der Denzlinger Kolpingsfamilie

Denzlingen (hg). Über das Thema „Geschichten aus der Geschichte von Denzlingen“ sprach der Denzlinger Ortshistoriker Dieter Ohmberger am 8. November 2013 auf Einladung der Kolpingsfamilie. Als Fallbeispiele wählte der Referent die Bereiche „Auswanderungen im 19. Jahrhundert nach Amerika“, „Denzlingen in der schwierigen Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit“ und die „Veränderungen in Denzlingen in den letzten 60 Jahren“, die Dieter Ohmberger anhand von willkürlich ausgewählten Orts-, Straßen- und Häuseransichten verdeutlichte.    

Größte Aufmerksamkeit und Konzentration erfuhr Dieter Ohmberger seitens des sehr interessierten Publikums bei seinen ausgewählten Darstellungen in Wort und Bild. Darunter befanden sich nämlich zahlreiche Darstellungen, die man bisher nirgendwo zu Gesicht bekam, so zum Beispiel auch über die Zeit des „Dritten Reiches“, da man sich früher weithin scheute, Bilder von großen Aufmärschen am Ort zu zeigen. Vor allem wollte man nicht das verpönte Symbol des Nazi-Hakenkreuzes öffentlich zeigen. Inzwischen ist der Abstand zu dem Geschehen von damals so groß und die inzwischen herangewachsene Generation so sehr von diesem Geschehen distanziert, dass man offenbar etwas unbefangener darüber reden kann. Dieter Ohmberger tut dies jedenfalls mit der nötigen Sorgfalt und dem gebührenden Respekt, vor allem mit Blick auf die Opfer.

Der erste historische Blickpunkt seiner interessanten „Geschichten“ konzentrierte sich auf das Elend vieler Denzlinger Bürger, die im 19. Jahrhundert aus purer Not nach Amerika auswanderten. So kam es zum Beispiel für 72 Denzlinger ganz anders als geplant. Sie blieben nämlich in Amsterdam sitzen und fanden, weil sie Betrügern aufgesessen waren, keinen Agenten und auch kein Schiff. Die Agenten hatten ihnen in Denzlingen Passagen auf einem Schiff verkauft, das es, wie sich herausstellte, gar nicht gab. Sie gehörten zu den zahlreichen in und um Amsterdam im Elend festsitzenden Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit der Zeit erbetteln mussten. Die meisten Denzlinger hatten Glück und kamen ein Jahr später, im Jahr  1818, allerdings völlig verarmt und mittellos, nach Denzlingen zurück.

30 Prozent „notorisch Arme“

Um das Jahr 1846 unterhielt die Gemeinde über viele Monate eine „Suppenküche“, aus der etwa 300 Personen täglich ein Essen erhielten, was einen Anteil von rund etwa 30 Prozent der damaligen Einwohnerschaft ausmachte, wie Ohmberger vorrechnete, der nicht mehr in der Lage war, sich selbstständig zu ernähren. Nach heutigen Gegebenheiten wären das täglich rund 4.100 Menschen, die man so ernähren müsste! Damals schlug die Herrschaft der Gemeinde vor, „die Gemeindekasse mit der Verschickung dieser notorisch Armen nach Amerika zu entlasten“. So stellten der damalige Pfarrer und der Bürgermeister eine Liste mit 276 Personen zusammen, „die für eine Verschickung geeignet wären“. Die Reisekosten übernahmen die Gemeinde und der Staat.

Ohmberger zeigte sodann eine Reihe aufschlussreicher Bilder und Zahlen über die Zeit des Nationalsozialismus in Denzlingen, so zum Beispiel eine Folie, die eine Gedenkfeier am damaligen Kriegerdenkmal in Nähe der Georgskirche zeigt. So habe die NSDAP jede Gelegenheit benutzt, Gedenkfeiern, Fackelzüge und Kundgebungen abzuhalten. Besonders aufschlussreich ist auch das Denzlinger Wahlergebnis bei der  Reichstagswahl vom 5. März 1933, wo die NSDAP 743 Stimmen erzielte, somit 59,7 Prozent!

NSDAP-Aufmarsch am Denzlinger Steinbruch. Archiv-Fotos: Dieter Ohmberger

Untergewichtig und krank

Nach dem Krieg gab es auch in Denzlingen „Schülerspeisungen“. Dabei wurden 380 Denzlinger Schüler untersucht, und zwar mit folgendem Ergebnis: 10 Prozent lagen gewichtsmäßig im Durchschnittsbereich; 65 Prozent um zwei Kilo unter dem Durchschnittswert; 25 Prozent lagen fünf Kilo und mehr unter dem Durchschnittswert; 35 Prozent der Kinder hatten einen Kropf und bei 10 Prozent der Kinder wurde Krätze und Hautausschlag festgestellt.

Spende für Obdachlose

Nach einer weiteren interessanten Gegenüberstellung von Bildern mit Häuseransichten von einst und heute kam Dieter Ohmberger unter großem Beifall der Besucher zu folgendem Schluss: „Ich denke, nach dem, was sie gesehen haben, die Zeit der Auswanderungen, der NS- und Nachkriegszeit und die alten Häuser, dürfte eigentlich in jedem das Gefühl aufkommen, dass wir heute,  trotz aller Probleme, in einer guten Zeit und in einer schönen Gemeinde leben. Daran sollten wir immer wieder einmal denken und zufrieden und dankbar sein.“ Bei freiem Eintritt - Dieter Ohmberger verzichtete auf eine Referentenhonorar - wurde abschließend um eine freiwillige Spende zugunsten des Denzlinger Mittagstischs von Diakon Harald Stefanovici für Obdachlose gebeten. Die Kolpingsfamilie wird anlässlich des diesjährigen Kolping-Gedenktages am 7. Dezember einen größeren Spendenbetrag übergeben.

Dieter Ohmberger bei der Kolpingsfamilie. Foto: Helmut Gall

Kasperle erfreute die Kinder

Denzlingen (hg). Viele kleine, aber auch zahlreiche große Freunde des Puppentheaters fanden am Sonntag, 27. Oktober 2013, ihren Spaß beim Stück „Kasper und der Drachenprinz“, das von der Freiburger Puppenbühne auf Einladung der Kolpingsfamilie Denzlingen im Gemeindesaal des katholischen Pfarrzentrums aufgeführt wurde. Da man seitens der Kolpingsfamilie als Veranstalter keinen Eintritt erhob,  fand man bei nicht wenigen Besuchern großes Entgegenkommen durch freiwillige Spenden, die dem Mittagstisch für Obdachlose von Diakon Harald Stefanovici zufließen. 

Mit Spannung verfolgten die Kinder die Abenteuer von Kasper und seinem treuen Bello, die natürlich wieder ein erfolgreiches Team bildeten, wobei die Kinder wie zu erwarten kräftig mithalfen, um das begehrte „Wasser des Lebens“ zu finden, das man als Gegenmittel  gegen einen hundertjährigen Zauberschlaf dringend benötigte.

Das klassische Kaspertheater bekommt bei der Freiburger Puppenbühne ein neues Gesicht. Trotz märchenhafter Zauberwelt sind die Themen des „Drachenprinzen“ brandaktuell: Es geht um Liebe und Mitgefühl, Gier und Hinterlist, um das Überwinden von Angst und um Wagemut. Was ist für den Prinzen wichtiger: den Verlockungen der Fürstin der Nacht nachzugeben, die ihm große Macht verspricht, oder seinem Herzen zu folgen und für den Frieden und für seine Liebe einzustehen. Das Bild zeigt die selbst kreierte Kasperlefigur von Dr. Johannes Minuth mit dem bei Kindern besonders beliebten Bello.

Bürgerstiftung fördert Alleinerziehende

Zuschussantrag durch die Kolpingsfamilie positiv beschieden – 400 Euro gewährt

Bei der Scheckübergabe der Denzlinger Bürgerstiftung.


Denzlingen (hg). Die Denzlinger Kolpingsfamilie bekam dieser Tage einen Zuschuss durch die Bürgerstiftung Denzlingen, der zur Durchführung eines Alleinerziehenden-Treffs beantragt war und nun in Höhe von 400 Euro genehmigt wurde. Der Scheck wurde von Stiftungs-Vorstandsmitglied Georg Bellinger an den Sprecher der Kolpingsfamilie, Wolfgang Humpfer, im Beisein von Alleinerziehenden und Vertretern des Arbeitskreises Caritas und Soziales überreicht.


Im Rahmen seines Engagements als katholischer Sozialverband arbeitet die Kolpingsfamilie Denzlingen im Arbeitskreis „Caritas und Soziales“ der katholischen Seelsorgeeinheit An der Glotter mit. Dieser Arbeitskreis bot bereits im vergangenen Jahr einen ersten „Treff für Alleinerziehende“ an, der eine sehr gute Resonanz fand und die Verantwortlichen nun bestärkte, dieses Projekt weiter zu führen. So plant der Arbeitskreis nun gemeinsam mit zwei alleinerziehenden Frauen einen zweiten „Treff für Alleinerziehende“, der am Sonntag, 7. Juli, angeboten wird. Die Verantwortung für diese Veranstaltung, insbesondere auch für die Finanzierung der Kosten, wird die Kolpingsfamilie Denzlingen übernehmen. Deshalb stellte sie den Antrag an die Bürgerstiftung Denzlingen zur finanziellen Unterstützung dieses Projektes.

Es ist nun geplant, Alleinerziehenden mit ihren Familien an besagtem Sonntag eine Wanderung zu einem Grillplatz anzubieten, wo die Kinder spielen können und den Familien ein kostenloses Essen angeboten wird. Wichtig ist dabei natürlich auch das persönliche Gespräch, um die Situation und spezielle Probleme von Alleinerziehenden besser kennenzulernen. Nicht zuletzt will man dabei auch Kontakte untereinander fördern. Wünschenswert im Interesse der Alleinerziehenden wäre dabei auch, dass das beim ersten „Treff für Alleinerziehende“ geknüpfte Netzwerk der Kommunikation und Kooperation weiter ausgebaut würde. Die Kinder der Familien werden an diesem Tag von Gruppenleitern/innen der Katholischen Jugendverbände begleitet und betreut, die ihr Engagement, wie auch alle engagierten Mitarbeiter/innen des Arbeitskreises, der Kolpingsfamilie und der Pfarrgemeinde, selbstverständlich ehrenamtlich einbringen. Zum Ende des gemeinsamen Tages werden die Eindrücke und Erfahrungen mit den Teilnehmern/innen zusammengetragen und Ideen für die Planung weiterer Treffen gesammelt.

Der Erlebnis-Tag Baumkronenweg soll nach Auskunft von Sonja Reichert, die den Arbeitskreis „Caritas und Soziales“ leitet, am Sonntag, 7. Juli dieses Jahres, stattfinden, und zwar beginnend mit einer Zugfahrt ab Denzlingen um 11 Uhr. Geplant ist die Wanderung zum Baumkronenweg und das Erlebnis Baumkronenweg. Die Rückkehr mit dem Zug ist gegen 18 Uhr geplant. Allein in Denzlingen gebe es nach recherchierten Informationen etwa 120 alleinerziehende Familien, die dazu eingeladen sind. In Kirchen und anderorts liegen dazu auch Flyer mit näheres Infos aus. Anmeldungen zum Erlebnis-Tag Baumkronenweg werden erbeten unter folgenden Rufnummern: 07666/911330 (kath. Pfarrbüro) oder 07684/552 (Veronika Scherzinger, Gemeindereferentin) oder 07666/2323 (Sonja Reichert, Pfarrgemeinderätin).

Erneuerbare Energie im Blickfeld

Kolpingsfamilie fährt am 26. April nach Freiamt

Eine der Windkraftanlagen von Freiamt.


Denzlingen (hg). Die Kolpingsfamilie Denzlingen lädt ein zu einer geführten Besichtigung von Wind-Energie-Anlagen in Freiamt. Am Freitag, 26. April, trifft man sich um 16 Uhr am Parkplatz von St. Jakobus zur Bildung von Fahrgemeinschaften. Informationen gibt Dietmar Welte, Telefon 2847.


Nach offiziellen Angaben wurden in Freiamt im Jahr 2012 rund 20 Millionen Kilowattstunden Strom durch regenerative Anlagen erzeugt. Diese Energiemenge liegt um mehr als 160 Prozent über dem Gesamtstrombedarf der Gemeinde. Derzeit sind in Freiamt etwa 250 Photovoltaikanlagen mit einer hohen Leistung installiert und ständig kommen neue Anlagen hinzu.
Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 9.700 Kilowatt tragen ebenfalls zu der eindrucksvollen Energiebilanz von Freiamt bei. Nicht zu vergessen sind auch vier von Wasserkraft betriebene Kleinkraftwerke, in denen immerhin der Strom für zwei Sägewerke und eine Mühlenbäckerei erzeugt wird. Der Reststrom fließt in das allgemeine Netz. Für Interessierte dürfte der Besuch in Freiamt sicher besonders attraktiv sein. Gäste sind wie immer willkommen.

Viele Familien bei Kolping-Suppe

Am Palmsonntag gab es für alle Kinder ein Geschenk

Gottesdienst an Palmsonntag in St. Jakobus

Denzlingen (hg). Zur traditionellen Familiensuppe am Palmsonntag lud die Denzlinger Kolpingsfamilie auch dieses Jahr wieder ein. Nach dem Gottesdienst mit Palmweihe waren alle Besucher in den Gemeindesaal unter der Kirche eingeladen.

Küchenchef Paul Herrmann hatte mit einem Team bewährter Mitarbeiter, darunter nicht zuletzt seine Frau Heidi, in der neu eingerichteten Küche des Gemeindesaales von St. Jakobus wieder eine köstliche Frühlingssuppe zubereitet, die mit frischem Brot serviert wurde und wie zu erwarten großen Anklang fand. Während die Erwachsenen einen kostendeckenden Preis entrichten mussten, wurde die feine Suppe für alle Kinder bis zu 16 Jahren kostenlos ausgegeben – mit einem bunten Osterei zusätzlich.

Die Kolpingsfamilie verwendet eingehende Erlöse aus diversen Sammelaktionen, zum Beispiel auch aus den Altpapiersammlungen, um damit Familien eine kleine Freude zu bereiten, zum Beispiel durch kostenlose Kasperle-Aufführungen, Besuche im Freiburger Planetarium, Zoobesuche und anderes mehr. Getreu dem gewählten Motto „Kolping strahlt aus“ will man damit bewusst ein Zeichen dafür setzen, dass es auch heute noch Menschen gibt, die sich ehrenamtlich für andere engagieren, ohne eine Gegengabe zu erwarten.
Natürlich begrüßt man es sehr, wenn sich andere anstecken lassen und ähnliche Aktionen unternehmen. Denn jedes ehrenamtliche Engagement wird als willkommener Beitrag gesehen für ein soziales Miteinander in einer Gemeinde, die man als „liebenswert“ bezeichnen kann.

Gottesdienst an Palmsonntag in St. Jakobus

Gottesdienst an Palmsonntag in St. Jakobus

Das Küchenteam der Kolpingsfamilie freute sich über viele Besucher.