Seelenamt / Beerdigung von Herbert Schreck, 21.03.2017

 

Nachruf der Kolpingsfamilie

 

Liebe Hilde, liebe Gabi, Ulrich, Lothar, Lilo,

liebe Trauergemeinde,

 

die Kolpingsfamilie Denzlingen trauert um ihren Kolpingfreund Herbert Schreck. Wir wussten um die in den letzten Wochen ernster werdende gesundheitliche Situation von Herbert, von einem Auf und Ab seiner Gesundheit, auch verbunden mit kurzzeitigen Aufenthalten im Krankenhaus. Es war dann, wie ihr berichtet habt, immer sein Wunsch, möglichst  bald wieder das Krankenhaus zu verlassen und zurück nach Hause zu kommen. Ihm diesen Wunsch zu erfüllen wurde möglich durch die liebevolle Begleitung und  Unterstützung, die Du, liebe Hilde für Deinen Mann und die ihr für Euren Vater und Schwiegervater in den letzten Monaten  eingebracht habt. So hat Herbert vor allem in den letzten Monaten seines Lebens noch einmal neu erleben und erfahren dürfen, was es heißt in seiner Familie getragen zu sein. 

In den letzten kurzen Begegnungen mit ihm habe ich gespürt, dass seine Zuversicht für eine stabilere Gesundheit leise geschwunden ist. 

Dennoch waren die kurzen Gespräche mit Herbert immer herzlich und  lebendig, so wie er selbst war: herzlich und zugewandt, reich an Ideen, engagiert für Überzeugungen, mit Leib und Seele bei den Zielen, an die er glaubte und mit großem Einsatz dabei, wenn es darum ging anzupacken um  diese Ziele zu erreichen. Für mich war Herbert Schreck in unserer Kolpingsfamilie ein unermüdlicher Akteur, der es immer wieder schaffte, andere für neue Ideen zu begeistern und zu gewinnen. Für ihn war es  auch selbstverständlich, sich wann immer möglich mit großem Engagement einzubringen. So war es folgerichtig, dass Herbert im Kolping viele Jahre Verantwortung übernommen hat, als Altsenior und Mitglied des Vorstandes, aber auch überörtlich als Vorsitzender des Kolping Bezirksverbandes Unterer Breisgau. 

Mit Herbert Schreck hat die Kolpingsfamilie Denzlingen ein Urgestein verloren. Wir sind dankbar, dass er 45Jahre Mitglied unserer Gemeinschaft war.

Er wird uns fehlen, mit seiner sprühenden Vitalität, seinem herzlichen und offenen Wesen und nicht zuletzt wird uns auch sein kluger und weiser Rat fehlen, mit dem er so manchen Entwicklungsprozess in unserer Gemeinschaft  mitgestaltet und begleitet hat.   

Dass er sich in seinem Leben auch getragen wusste von einer geistlichen Tiefe, war vielleicht auch begründet in einer inneren Nähe zu Adolph Kolping und dessen Vermächtnis. Diese innere Nähe kommt für mich auch darin zum Ausdruck, dass er im Oktober 1991 mit seiner Familie zur Seligsprechung von Adolph Kolping durch Papst Johannes Paul II nach Rom gepilgert ist. 

Herbert Schreck ist nicht mehr unter uns. In vielen Gesprächen mit Hilde und den Kindern konnten wir erfahren, wie sehr seine Familie für ihn da war und wie lebendig und tief die Nähe seiner Familie zu ihm war. Dies war wohl auch ein Grund, dass er aus diesem Leben scheiden konnte mit einem, so wurde mir berichtet, entspannten Ausdruck in seinem Gesicht. 

Gerne greife ich dieses Bild auf und möchte Euch und Ihnen als letzten Gruß an unseren Herbert Schreck und uns allen zum Trost noch einen Text von Marie Luise Kaschnitz vortragen:  

Wolfgang Humpfer

 

Requiem

 

Fährfrau mit dem runden Hut

Hast du ihn gesehen?

Ja, sagt die Fährfrau.

 

Hirte mit dem toten Lamm

Hast du ihn gesehen?

Ja, sagt der Hirte.

 

Bergmann mit dem weißen Licht

Hast du ihn gesehen?

Ja, sagt der Bergmann.

 

Welchen Weges ging er, Fährfrau?

Über Wasser trocknen Fußes.

 

Welchen Weges ging er Hirte?

Berghinüber leichten Atems.

 

Welchen Weges ging er, Bergmann?

In der Erde lag er still.

 

Was stand auf seinem Gesicht geschrieben?

Frieden, sagten alle, Frieden.

  

 

 

                                                                                (Marie Luise Kaschnitz)