Ein Abschied mit Dank, Stil und Würde

Pfarrer Hermann Vogt trat im Alter von 75 Jahren in den verdienten Ruhestand – Besucher aus allen fünf Gemeinden der Seelsorgeeinheit bei Abschiedsfeier – Künftig in Nußbach bei Oberkirch wohnhaft

Pfarrer Hermann Vogt im Kreis von Geistlichen beim Abschiedsgottesdienst.

 

Pfarrer Hermann Vogt, der ab dem Jahr 200 bis 2016 auch Präses der Kolpingsfamilie Denzlingen war,  beendete Ende September  seine Tätigkeit als Leitender Pfarrer der Kirchengemeinde „An der Glotter“ und trat ab Oktober in den Ruhestand. Alle Angehörigen der Gemeinden und zahlreiche geladene Gäste waren aus diesem Anlass  am Samstag, 24. September, in die Kirche St. Jakobus in Denzlingen eingeladen, um mit ihm zum letzten Mal Gottesdienst zu feiern. Anschließend brachten mehrere Sprecher den Dank für seine 16-jährige Arbeit als Seelsorger aus, an der Spitze der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Michael Mächtel und Pfarrer Hans-Günter Hartwig zusammen mit dem Vorsitzenden des evangelischen Kirchengemeinderates, Thomas Pantel. 

Besonders beeindruckend war der sehr gut besuchte Gottesdienst, der von mehreren musikalischen Gruppierungen aus den Gemeinden der „Kirchengemeinde an der Glotter“ gestaltet wurde. Anschließend traf man sich im Gemeindesaal zu einem Stehempfang mit Gesprächsmöglichkeit. Den humorvoll-geistreichen Gipfel freundlicher Verabschiedung gestaltete dabei das ganze Seelsorgeteam zusammen mit den Damen im Pfarrbüro und in der Pfarrhausküche. Mehrere köstlich inszenierte Episoden aus dem „ganz normalen Alltag“ des scheidenden Pfarrers provozierten dabei eine Lachsalve nach der anderen. Gleichwohl wurde dabei auch spürbar, dass Scheiden auch in diesem Fall weh tut, und zwar offenbar auf beiden Seiten. 

Zusammen mit mehreren Geistlichen feierte Pfarrer Hermann Vogt zuvor in der voll besetzten Jakobuskirche Eucharistie, also „Danksagung“.  Die bekannte Geschichte vom reichen Prasser und dem armen Lazarus (Lukas 16,19 ff) fand dabei eine außergewöhnliche Beachtung, da sie sehr beeindruckend szenisch dargestellt wurde. Dabei spielte Dr. Bruno Becker aus Vörstetten die Rolle des Reichen, der nach seinem Tod in Verzweiflung nach der Einsicht seines verkehrten Verhaltens zu aller Überraschung eine zweite Chance bekommt. 

Gutes ökumenisches Miteinander

Nach dem Gottesdienst setzte sich Pfarrer Hermann Vogt in Zivilkleidung in die erste Reihe der Kirchenbänke neben Gemeindereferentin Veronika Scherzinger und Pastoralreferentin Yvonne Schmitt, die beide bei der Gestaltung des Gottesdienstes maßgeblichen Anteil hatten. Das Wort ergriffen anschließend zunächst Michael Mächtel als Vorsitzender des Gemeinsamen Pfarrgemeinderates der Kirchengemeinde an der Glotter. Unter frenetischem Beifall aller Besucher würdigte er das segensreiche Wirken von Pfarrer Hermann Vogt in allen Gemeinden der Seelsorgeeinheit. 

Das gute ökumenische Miteinander betonten Pfarrer Hans-Günter Hartwig und Thomas Pantel in seiner Funktion als Vorsitzender des Kirchengemeinderates. In wohlgesetzten Versen erinnerten sie an zahlreiche ökumenische Aktivitäten und schlossen mit den Worten: „ Für all diese Dinge sagen wir Dank. Und hoffen, das Gewachsene hat weiter Bestand. Vermissen werden wir Sie als ökumenischen Hirt. Doch wünschen wir für den Ruhestand, dass er schön werden wird.“ In Vertretung für den entschuldigten Dekan dankte Dekanatsreferent Ekkehart Bechinger für das Wirken von Pfarrer Vogt, der stets im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils gedacht und gelebt habe. In seiner „bedächtig-eigensinnigen Art“ sei er eine echte Bereicherung im Dekanat gewesen. 

Namens aller Bürgermeister der politischen Gemeinden der Seelsorgeeinheit dankte Bürgermeister Markus Hollemann an der „Verabschiedungs-Ziellinie“. In  den zurückliegenden 16 Jahren habe Pfarrer Vogt in den „Gemeinden viel erlebt und gegeben“, wofür er „Gottes reichen Segen“ wünschte.  Im Namen aller Gruppierungen in den Gemeinden würdigten Heinz Bitzenhofer, Susanne Rutgers und Wolfgang Humpfer die Arbeit von Pfarrer Hermann Vogt als Seelsorger in den fünf Gemeinden.  Dabei stellten sie nach vorheriger Absprache jeweils wichtige Teilaspekte der vielseitigen Arbeit heraus und dankten gemeinsam dem scheidenden Pfarrer. 

Viele bunte Luftballons

Nicht zuletzt ergriffen auch Vertreter verschiedenen Jugendgruppen das Wort  und dankten Pfarrer Vogt auf sehr originelle Weise in Worten und Geschenken, nicht zuletzt mit einem Riesenstrauß bunter Luftballons, die in den Abendhimmel aufstiegen.  

Zuletzt stellte sich Pfarrer Vogt vor den Altar und dankte zunächst für die zahlreichen Dankesworte und Geschenke, die ihm von allen Gratulanten zuteil wurden. Danach unterstrich er nochmals einige Gedanken zum Abschied, die er auch im Interview mit VHzH geäußert hatte und die ihm besonders wichtig erschienen. Dank gebühre dem gesamten Seelsorgeteam, denn er als Pfarrer allein hätte all das nicht leisten können, wofür man ihm bei der Abschiedsfeier gedankt habe. Sein Hauptanliegen sei stets gewesen, etwas von seinem Glauben weiter zu geben: die Liebe Gottes zu jedem Menschen.

 

Michael Mächtel (rechts) dankte namens der gesamten Kirchengemeinde.

 Im Geist der Ökumene (von links): Hermann Vogt, Hans-Günter Hartwig und Thomas Pantel.

Pfarrer Vogt mit Veronika Scherzinger und Yvonne Schmitt (von rechts).

 

Mit den Sprechern der kirchlichen Gruppierungen (von links): Susanne Rutgers, Heinz Bitzenhofer, Hermann Vogt und Wolfgang Humpfer.

Die Sprecher der Jugendgruppen danken zum Abschied.
Besonders originell verabschiedete sich das Seelsorgeteam im Gemeindesaal.