Zukunftsperspektive der Kolpingsfamilie

 Das bewährte Küchenteam der Denzlinger Kolpingsfamilie.

Denzlingen (hg). Die Mitglieder der Kolpingsfamilie Denzlingen trafen sich am Freitag, 30. März 2012, zur Mitgliederversammlung im Sitzungszimmer des Pfarrgemeinderates. Auf der Tagesordnung stand neben den üblichen Rechenschaftsberichten auch eine Standortbestimmung über die Zukunft der Kolpingsfamilie und deren Aufgabe in der Gemeinde.

 

Namens des Vorstandsteams leitete Gabi Panterodt die Sitzung und eröffnete diese mit einem besinnlichen Impuls, wobei sie einige Gedanken von Therese von Avila vortrug, die - obwohl fast 500 Jahre alt – von hoher Aktualität zu sein scheinen. Die Menschen und ihre Probleme scheinen sich nicht grundsätzlich zu ändern, war daher ein erstes Resümee des Abends. Kolping-Sprecher Wolfgang Humpfer, der entschuldigt war, wurde auch beim folgenden Sitzungsverlauf durch Gabi Panterodt vertreten, die auf eine lange Liste von zum Teil gut bis sehr gut besuchten Veranstaltungen hinweisen konnte, besonders die Einladung von Familien mit Kindern zu einer Kasperle-Aufführung mit der Freiburger Puppenbühne. Aber auch weniger gut bis schlecht besuchte Veranstaltungen wurden von ihr nicht verschwiegen.

Selbstkritische Bilanz
Gewohnt solide war der Kassenbericht von Franz Mayer, dem Heinz Staiger eine vorbildliche Kassenführung bescheinigte, nachdem er mit Peter Birkle die Kasse geprüft hatte. Auf Antrag und mit ausdrücklicher Würdigung der Arbeit des Vorstandsteams durch Wilfried Dufner, wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Nach kritischer Vorbesprechung im Vorstand trug Helmut Gall einige Aspekte zur Standortbestimmung der Kolpingsfamilie vor, die in der anschließenden Aussprache als Spiegelbild der in der Gemeinde bestehenden pastoralen Situation insgesamt verstanden wurde.

Als „Vision“ verwies Gall auf eine sozial engagierte Kolpingsfamilie, die in der Gemeinde und global tätig sein könnte, wie das beeindruckende „Burundi-Förderprojekt“ beweist, wo die Denzlinger Kolpingsfamilie in ihrem 50. Jubiläumsjahr 2008 sage und schreibe über 35.000 Euro (!) für Entwicklungsprojekte in Burundi aufbringen konnte. Mit der Devise „Kolping strahlt aus“ wolle man denkbare Aufgaben in der Gemeinde eruieren. Allemal wolle man mit Blick auf die „vorgerückte Altersstruktur“ nicht ohne Gegenwehr das Handtuch zu werfen, sondern entschlossen in die Zukunft schauen. Auch im laufenden Jahresprogramm werde die Kolpingsfamilie verstärkt Angebote für junge Familien einbauen, so zum Beispiel am vergangenen Palmsonntag, wo die Kolpingsfamilie wieder eine Familiensuppe anbot, die für Kinder kostenlos ausgegeben wurde. Ebenso wird es im Oktober erneut eine Kasperle-Aufführung im Gemeindesaal geben, wo die Freiburger Puppenbühne zu sehen sein wird. Für Familien mit kleinen Kindern soll dadurch erneut ein kostenloser Besuch oder ein Eintritt mit freiwilliger Gabe ermöglicht werden.

Antwort auf neue Fragen
Gleichwohl müsse man sich Gedanken darüber machen, wie es in Zukunft weitergehen könne, wenn die jetzt noch relativ „jungen Senioren“ der Denzlinger Kolpingsfamilie wirklich nicht mehr aktiv sein können. Nüchtern betrachtet heiße dies: Wenn sich zeigen sollte, dass künftig keine jungen Familien mehr von sich aus in der Kolpingsfamilie aktiv werden wollen oder können, dann werde es eben „in Zukunft in der Gemeinde keine Kolpingsfamilie mehr geben“. Sicher wäre das ein Verlust, betonte Gall namens des Vorstandes, „aber nicht unbedingt ein totales Unglück, sofern eine neue Gemeindegeneration auf andere Weise Christsein heute zu leben versuche, mit neuen Antworten auf neu sich stellende Fragen“.

Dies unterstrich auch Präses Hermann Vogt in seinem Schlussgedanken, wobei er das aktuelle Engagement der Kolpingsfamilie durchaus würdigte. Ebenso wie Stimmen aus den Reihen der Mitglieder betonte er den Gedanken, dass die Kolpingsfamilie ein Spiegelbild der Glaubenssituation der Gemeinde darstelle. So „selbstverständlich“ wie vor 50 Jahren, als die Kolpingsfamilie in Denzlingen gegründet wurde, würden sich junge Menschen nicht mehr in einer christlich-kirchlich orientierten Gemeinschaft engagieren. Dass dies durchaus keine Denzlinger „Spezialität“ sei, betonte Lothar Panterodt, der als Sprecher des Regionalverbands der Kolpingsfamilien die überörtliche Perspektive beleuchtete.

Am Palmsonntag servierte die Kolpingsfamilie eine feine Suppe kostenlos für alle anwesenden Kinder.